Schleifmittel · 2 Min. Lesezeit
Schleifpapier P1500, P2000, P3000: wofür feine Körnungen?
Feine Körnungen tragen kaum ab – sie machen Riefen so fein, dass die Politur sie herausholt. Wo P1500 bis P3000 hingehören und wo sie nichts bringen.
Stand:

Was „fein“ bei Schleifpapier heißt
P220 bis P400 gilt als fein, P500 bis P1000 als sehr fein, ab P1200 als ultrafein. P1500, P2000 und P3000 tragen kaum noch ab: Sie formen nichts, sondern ersetzen die Riefen der vorigen Stufe durch feinere – bis die Politur sie herausholt.
Deshalb stehen sie am Ende einer Folge. Von P400 direkt auf P2000 zu springen kostet Zeit, und einzelne tiefe Riefen bleiben stehen. Besser höchstens etwa eine Verdopplung je Stufe: P400, P800, P1500, P2000.
Lack: Lackfehler und Finish vor der Politur
Das Haupteinsatzfeld ist durchgehärteter Klarlack: Staubeinschlüsse, Läufer und feine Kratzer mit P1500 punktuell abtragen, mit P2000 egalisieren, dann polieren – Einzelheiten in den Artikeln zu Klarlack und zu Kratzern im Autolack. Zum Anschleifen vor dem Lackieren sind diese Körnungen zu fein: Alter Klarlack wird vor dem Neuaufbau mit P800 bis P1000 mattiert, nicht mit P2000.
Scheinwerfer, Acrylglas, Epoxid
Durch transparente Kunststoffe und Harze sieht man hindurch, jede Riefe streut Licht. Vergilbte Scheinwerfer werden nass von P800 bis P2000 geschliffen, dann poliert und versiegelt; Acrylglaskanten gehen von P240 bis P2000, Epoxidharz ab P800 nass bis P2000 oder P3000. Immer mit wenig Druck und viel Wasser – Kunststoff wird schnell warm und schmiert.
Metall – und wo feine Körnungen nichts bringen
Auf Messing, Kupfer, Aluminium oder Edelstahl machen P1000 bis P2000 die Fläche bereit für die Metallpolitur; für ein gebürstetes Finish ist nach P400 Schluss. Auf Holz bringen diese Körnungen nichts – vor Öl und Lasur reicht P180 bis P240. Auch Spachtel und Füller werden nie so fein geschliffen, denn der Lack darauf braucht Haftgrund.
Nass schleifen – und was ist mit P3000?
Ab etwa P800 lohnt Wasser: Es spült den Abrieb weg, damit das feine Korn nicht zusetzt. Von Hand mit wasserfestem Bogen auf dem Block oder mit dem Schaumpad; mit dem Exzenter trocken mit Absaugung – nass nur mit einer Maschine, die der Hersteller dafür freigibt.
P2500 und P3000 gibt es bei anderen Herstellern. Sie verkürzen die Politur; nötig sind sie nicht, wenn nach P2000 mit einer schneidenden Politur begonnen wird. Die feinste Körnung bei KORNDEX ist P2000 – als Nassschleifbogen PRO SHEET und als Schaumpad SOFT FINISH.
Häufige Fragen
Ist 2000er Schleifpapier dasselbe wie P2000?
Nur wenn ein P davorsteht. Eine Zahl ohne P stammt oft aus einer anderen Norm (Grit nach CAMI), und im feinen Bereich gehen die Normen weit auseinander – P2000 entspricht etwa 1000 Grit.
Kann ich nach P2000 auf die Politur verzichten?
Nein. Nach P2000 ist Lack oder Kunststoff gleichmäßig matt bis seidenmatt; den Glanz bringt erst die Politur. Ohne Politur nur, wenn danach neu lackiert wird – dafür wäre P2000 aber zu fein.
Warum zieht mein feines Schleifpapier plötzlich Kratzer?
Meist hat es sich zugesetzt: Abrieb sammelt sich zu kleinen Klumpen, die Riefen ziehen. Mehr Wasser nehmen, den Bogen öfter ausspülen und die Fläche zwischendurch abwischen. Auch ein Korn der Vorstufe auf der Fläche zieht Kratzer – vor jeder Stufe gründlich reinigen.
Fachbegriffe in diesem Artikel
Alle Begriffe im Schleif-Lexikon →Die ganze Folge auf einmal
4 Körnungen, je 1 × kleinste Packung: PRO SHEET 230 × 280 nass (25 Stück) P800 · P1000 · P1500 · P2000.
Oder als Set: Finish Set (P1000–P2000) für 59,90 € →
inkl. MwSt. zzgl. Versand


